Vom 11.1. – 28.3.2019:
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Das Auswahlverfahren

Voraussetzungen

Lust auf Journalismus. Jetzt erst recht

Von 2019 an lädt die Henri-Nannen-Schule alle zwei Jahre zum Auswahlverfahren für den nächsten Lehrgang ein. In den vergangenen Jahren haben sich jedes Mal rund 1500-2000 Frauen und Männer registriert. Das ist eine hohe Zahl – aber die Registrierung online ist schnell getan. In der nächsten Runde sinkt die Zahl deutlich, dann sind nur jene noch dabei, die es ernst meinen. Jene, die wissen, dass es kaum einen spannenderen Beruf gibt.

Direkt nach der dreimonatigen Registrierungsphase erhalten alle Teilnehmer die Themen zu Texten, die sie in drei Wochen zu recherchieren und zu schreiben haben. Dieser Mühe unterziehen sich meist zwischen 350-500 Teilnehmer. Die besten 70-80 von ihnen werden zu einer dreitägigen Finalrunde nach Hamburg eingeladen. Die besten 18 Finalisten erhalten einen Platz an der Henri-Nannen-Schule.

Welche Voraussetzungen gibt es?
Alle Bewerber müssen die deutsche Sprache perfekt beherrschen, in Wort und Schrift. Ein abgeschlossenes Studium zu haben, ist hilfreich, aber nicht zwingend. Programmierskills und IT-Kenntnisse verbessern die Chancen, ebenso erste Projekte, die Lust am unternehmerischen Gründen, Entwickeln und Publizieren belegen.

Wie viel journalistische Erfahrung erwarten wir?
Nun, Ihr Lebenslauf sollte zumindest Hinweise darauf enthalten, dass Sie nicht erst jetzt auf die Idee gekommen sind, „was mit Medien“ zu machen. Sie sollten also schon mal journalistisch gearbeitet haben. Es ist zweitrangig, wo und wie Sie das getan haben: ob Sie für eine Schülerzeitung Texte schrieben, ein Praktikum in einer Redaktion absolvierten, ein eigenes Blog betreiben.

Was sollten Sie noch mitbringen?
Natürlich Eigenschaften wie Neugier, Hartnäckigkeit, ein breites Allgemeinwissen. Es ist von Vorteil, wenn Sie die erweiterte Suche bei Google beherrschen und im Social Web nicht nur posten, sondern auch recherchieren können. Und es freut uns enorm, wenn Sie den korrekten Konjunktiv beherrschen.

Doch all das sind bloß Fertigkeiten, also trainierbar. Wichtiger sind Anlagen: Intelligenz. Teamgeist. Moralische Integrität. Meinungsstärke. Humor und Sprachwitz. Kreativität und Ideenreichtum, bis an die Grenze des Erträglichen. Und wenn Sie dann noch der Meinung sind, dass es selten spannendere Zeiten für den Journalismus gegeben hat, ob als Erzähler oder Entwickler: Dann passen Sie zu uns!

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Vorrunde

Erste Eignungsprüfung

Nach der Registrierungsphase beginnt die dreiwöchige Vorrunde. In dieser Zeit schreiben die Teilnehmer eine Reportage; damit wollen wir Themengespür, Recherchetalent, Präzision der Sprache testen. Ein zweiter, eher essayistisch angelegter Text soll uns etwas von ihrer Meinungsstärke und Kreativität verraten. Für jeden Text gibt es mehrere Themen zur Auswahl.

Am Tag nach Ende der Registrierungsphase mailen wir allen registrierten Bewerberinnen und Bewerbern gleichzeitig unsere Themenlisten. Für Recherche und Schreiben der beiden Texte haben sie anschließend drei Wochen Zeit.

Knapp 20 erfahrene Redakteurinnen und Redakteure von Gruner+Jahr, dem Spiegel und der ZEIT beurteilen die Texte. Die Juroren erfahren nicht die Autorennamen, alle Texte sind anonymisiert. In zwei Leserunden werden die 70-80 besten Autorinnen und Autoren bestimmt, sie erhalten eine Einladung für die Finalrunde.

Beim Auswahlverfahren 2017 standen für die Reportage fünf Themen zur Wahl:

  • Der Reporter als Ethnologe: zu Besuch bei einer ziemlich seltsamen Veranstaltung
  • Die müssen sich schon an die Regeln halten: Wie Herr XY / Frau XY für Ordnung zu sorgen versucht
  • Das kann ich mir nicht leisten: Wie ein armer Mensch über die Runden zu kommen versucht
  • Nur noch fünf Monate: Ein Ortsverband plant den Bundestagswahlkampf (für Bewerber in SH und NRW: Thema auf die kommende Landtagswahl beziehen)
  • Begleiten und portraitieren Sie einen Menschen, der einen Job hat, den üblicherweise niemand haben will

Und dies waren die Themen für den essayistisch angelegten Text:

  • Können Wahlen heute noch ohne populistische Thesen gewonnen werden?
  • Ist etwas dran am Vorwurf der „Lügenpresse“?
  • Sind Veganer die besseren Menschen?
  • Sie sind Bob Dylan. Nachdem Sie im Oktober 2016 den Nobelpreis für Literatur zuerkannt bekamen, blieben Sie wochenlang stumm, später sagten Sie die Teilnahme an der offiziellen Verleihung mit dürren Worten ab. Schreiben Sie einen Brief an die Schwedische Akademie und erläutern Sie Ihre Motive
  • Sie sind Dietrich Mateschitz, Geschäftsführer von Red Bull. Sie haben mit vielen Millionen Euro den Drittligisten RB Leipzig an die Spitze der Bundesliga gepusht. Schreiben Sie einen Brief an jene Fußballfans, die Sie dafür hassen.

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Termine des Auswahlverfahrens 2019

11. Januar - 28. März

Registrierungsphase

29. März - 19. April

Vorrunde

30. Juni - 2. Juli

Finalrunde

14. Oktober

Beginn 39. Lehrgang

Finalrunde

Auch Stressresistenz ist hilfreich

Die 70-80 besten Bewerberinnen und Bewerber laden wir ein, an der finalen Auswahlrunde teilzunehmen, drei Tage lang in der Hamburger Verlagszentrale von Gruner+Jahr. Es sind anstrengende, intensive Tage, an Schreibtischen in der umgebauten Kantine – und auch draußen, am Ort der Reportage. Bei der letzten Finalrunde haben wir die Finalisten auf die Reeperbahn geschickt.

Am ersten Finaltag prüfen wir das Allgemeinwissen der Teilnehmer mit Hilfe eines Wissenstests und eines Bildertests. Dann gilt es, einen verhunzten Nachrichtentext zu verbessern. Gut sechs Stunden stehen anschließend zur Verfügung, um eine Reportage zu recherchieren und zu schreiben. An Tag Zwei oder Drei folgt für jeden Kandidaten ein Auswahlgespräch mit rund zehn Führungskräften aus Redaktion und Verlag von Spiegel, Zeit und Gruner+Jahr. Neu ist eine sechste Aufgabenstellung, sie soll dabei helfen, spezielle Talente auszumachen, ob als Rechercheur oder Kolumnist, Produktentwickler oder Publisher.

Wie in der Vorrunde finden auch die Prüfungen der Finalrunde in anonymisierter Form statt, einzige Ausnahme ist – logischerweise – das Auswahlgespräch. Die Ergebnisse der finalen Prüfungen werden unterschiedlich gewichtet; die meisten Punkte lassen sich bei Auswahlgespräch und Reportage erzielen. Die 18 Kandidatinnen und Kandidaten mit den höchsten Gesamtpunktzahlen erhalten einen Platz bei uns, ohne Rücksicht auf Geschlecht oder Gesinnung, Ausbildung oder Herkunft.

Der Schnitt zwischen dem 18. und 19. Platz ist natürlich hart und nicht frei von Zufällen, aber er ist unvermeidlich. Wir sind überzeugt, dass wir uns bei der Rekrutierung mehr Mühe geben, als dies im Berufsleben vielerorts üblich ist. Und vor allem gilt: Wir entscheiden nicht über die Befähigung zum Journalismus, sondern vergeben eine begrenzte Zahl von Ausbildungsplätzen nach bestem Wissen und Gewissen.

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Tests

Parcours für Wissen, Wesen und Fähigkeiten

Ja, unser berüchtigter Wissenstest ist schwierig. Entscheidend aber ist er nicht. Redaktionen müssen so vielfältig sein wie die Welt, die sie beschreiben – weshalb wir mit unserem Auswahlverfahren ganz unterschiedliche Talente zu entdecken versuchen. Auch Neigungen und Leidenschaften der Bewerber wollen wir kennenlernen, so gut es geht in nur drei Tagen.

Wissenstest

Politik, Klatsch, Kultur - und der Rest

Zum Wissenstest 2017

Bildertest

Galerie der Prominenten

Zum Bildertest 2017

Nachrichtenübung

Verstehen, gewichten, neu schreiben

Zur Nachrichtenübung 2017

Reportage

Thema finden, Menschen befragen

Mehr erfahren zu Reportage

Auswahlgespräch

30 Minuten können sehr lang sein

Mehr erfahren zu Auswahlgespräch

FAQ

Häufig gestellte Fragen von Bewerbern

Was kostet der Besuch der Schule?

Der Unterricht ist kostenlos. Die Lehrgangs-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer erhalten in den ersten sechs Monaten (die sie größtenteils an der Henri-Nannen-Schule verbringen) eine Ausbildungsbeihilfe in Höhe von 500 Euro/Monat. Während der anschließenden 18 Monate, die sie größtenteils in Praktika bei den drei Trägerverlagen verbringen, erhalten sie 1500 Euro/Monat.

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In wie vielen Redaktionen absolvieren die Nannenschüler ihre Praktika?

Die bisherige Ausbildung umfasste vier Praktika in vier Verlagen. Die neue, auf 24 Monate verlängerte Ausbildung umfasst sieben Praktika in ebenfalls vier Verlagen: das erste Praktikum bei einem tagesaktuellen Medium, anschließend jeweils zwei Praktika bei Gruner+Jahr, ZEIT und Spiegel. Alle drei Verlagshäuser sind so groß, dass für die beiden Praktika ganz unterschiedliche Redaktionen und Ressorts ausgewählt werden können.

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Bilden Sie ausschließlich den Nachwuchs für die Verlage Gruner+Jahr, Zeit und Spiegel aus?

Nein. Den Absolventen steht es völlig frei, bei welchen Medien sie nach Abschluss der Schule tätig sein wollen. Es gibt weder einen Job-Zwang noch eine Job-Garantie – aber die Breite der Ausbildung und der Ruf der Schule garantieren den Absolventen weiterhin überdurchschnittliche Startchancen in der Medienbranche

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Gibt es eine Altersbegrenzung?

Die lange Zeit gültige Altersgrenze von 27 Jahren ist abgeschafft, gemäß den Bestimmungen des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes. Die Henri-Nannen-Schule fühlt sich auch weiterhin der Ausbildung des Nachwuchses verpflichtet, nicht der beruflichen Weiterbildung.

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Kann ich mich mehrfach bewerben?

Ja, das können Sie, so oft Sie mögen.

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Video über Finalrunde

„Es war stressig, hart und großartig“

Sie hatten Politik, Kultur und Klatsch für den Wissentest gebüffelt, Übungsreportagen geschrieben, das Auswahlgespräch trainiert. Dann begann der Showdown, drei Tage lang. Und vieles kam ganz anders

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