Die Textübung (max. 3 Punkte)

Für Redakteure jeder Lokalzeitung ist es der Alltag, nun ergeht es den 80 Bewerbern genauso. Sie erhalten eine Polizeimeldung, gut ein halbes Blatt lang und leider missraten: inhaltlich durcheinander, mit ausufernden Sätzen, gestelzt und unpräzise formuliert. Die Bewerber haben 45 Minuten Zeit, den Text neu zu schreiben, möglichst besser.

Es mag helfen, dies schon bei Redaktions-Praktika gelernt zu haben – doch auch mit gesundem Menschenverstand und Sprachgefühl lässt sich diese Aufgabe bewältigen. Das Ergebnis gibt uns einen Hinweis auf die Fähigkeit eines Bewerbers, Textinhalte rasch zu erfassen, zu gewichten und das Ganze in klaren, gefälligen Sätzen zu einer Nachricht zusammenzufassen.

Nachrichtenübung der Finalrunde 2017

Am 11. Juli 2017 veröffentlicht die Deutsche Umwelthilfe nachfolgende Pressemitteilung. Wir haben sie nur an wenigen Stellen verändert. Nun sind Sie dran: Sie arbeiten bei einer Tageszeitung und wollen die Meldung morgen auf der „Panorama“-Seite veröffentlichen. Leider ist der Text schlecht, nach allen Kriterien. Schreiben Sie ihn komplett neu.

Ihr neuer Text ist nur halb so lang (mind. 700 Zeichen, max. 1000 Zeichen) und macht den Lesern die Relevanz des Geschehens deutlich, mit klaren, schlichten Worten, flüssig zu lesen. Formulieren Sie eine Überschrift (1 Zeile). Und bauen Sie dort, wo es Ihnen sinnvoll erscheint, Absätze ein.

Berlin. Das Kraftfahrt-Bundesamt hat im Oktober 2015 für vom Abgasbetrug betroffene VW Fahrzeuge der Eurostufe 5 einen amtlichen Rückruf zur Durchführung eines Software-Updates verordnet, dieser ist jedoch für die Fahrzeughalter nicht verbindlich und schon aus diesem Grund für die Deutsche Umwelthilfe rechtlich unzugänglich. Es wird also weiterhin so sein, dass Fahrzeuge mit illegalen Abschalteinrichtungen unterwegs sein werden. Gleichzeitig entsprechen die Fahrzeuge nicht den Bestimmungen der Typzulassung, die Verwendung der Abschalt-Software wurde im Typgenehmigungsverfahren wiederrechtlich nicht angegeben. Gegen zehn deutsche Kfz-Zulassungsbehörden hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) deshalb heute Klage eingereicht. Mit den innerhalb weniger Monate abschließbaren Verfahren soll erlangt werden, dass den betroffenen VW Fahrzeugen der Eurostufe 5 der Betrieb auf öffentlichen Straßen ohne Gewährung weiterer Fristen zu untersagen ist. Die Betriebserlaubnis dieser Autos ist durch die Verwendung illegaler Abschalteinrichtungen erloschen. Die Fahrzeuge sind daher außer Betrieb zu setzen. Ihre Klage richtet die DUH an die zuständigen Behörden von zehn bundesdeutschen Großstädten, die allesamt unter großen Belastungen des Luftraums mit Stickstoffdioxid (NO2) leiden. Ein Urteil im Sinne der DUH dürfte als Präzedenzfall bundesweite Bedeutung haben. Bisher liegen dem Umweltverband keine Informationen vor, die den gesicherten Schluß zulassen, das durch das rechtlich nicht bindende Rückruf-Verfahren sichergestellt ist, dass alle betroffenen Fahrzeughalter nicht mehr Wagen mit illegaler Software nutzen. Es könne aber nicht sein, dass die beklagten Städte einerseits über die „Betrugs-Diesel“ echoffieren, andererseits wiederum auch „keine Konsequenzen für die Zulassung dieser Fahrzeuge ziehen,“ sagte Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH.