Die Vorrunde

Zu Beginn des Auswahlverfahrens müssen sich die Bewerber in zwei klassischen journalistischen Gattungen bewähren: Sie schreiben eine Reportage und einen Kommentar. Die Themen wählen sie aus einer Themenliste, die alle Bewerber am gleichen Tag gemailt bekommen. Für Recherche und Schreiben haben sie anschließend drei Wochen Zeit.

Knapp 20 erfahrene Redakteurinnen und Redakteure von Gruner+Jahr, dem Spiegel und der Zeit lesen und beurteilen die Texte. Die Juroren erfahren nicht die Namen der Bewerber, alle Texte sind anonymisiert. In zwei Leserunden werden die 64 besten Autorinnen und Autoren bestimmt, sie erhalten eine Einladung für die Finalrunde.

Beim Auswahlverfahren 2017 standen für die Reportage diese fünf Themen zur Wahl:

  • Der Reporter als Ethnologe: zu Besuch bei einer ziemlich seltsamen Veranstaltung
  • Die müssen sich schon an die Regeln halten: Wie Herr XY / Frau XY für Ordnung zu sorgen versucht
  • Das kann ich mir nicht leisten: Wie ein armer Mensch über die Runden zu kommen versucht
  • Nur noch fünf Monate: Ein Ortsverband plant den Bundestagswahlkampf (für Bewerber in SH und NRW: Thema auf kommende Landtagswahl beziehen)
  • Begleiten und portraitieren Sie einen Menschen, der einen Job hat, den üblicherweise niemand haben will

Und dies waren die Themen für den Kommentar:

  • Können Wahlen heute noch ohne populistische Thesen gewonnen werden?
  • Ist etwas dran am Vorwurf der „Lügenpresse“?
  • Sind Veganer die besseren Menschen?
  • Sie sind Bob Dylan. Nachdem Sie im Oktober 2016 den Nobelpreis für Literatur zuerkannt bekamen, blieben Sie wochenlang stumm, später sagten Sie die Teilnahme an der offiziellen Verleihung mit dürren Worten ab. Schreiben Sie einen Brief an die Schwedische Akademie und erläutern Sie Ihre Motive
  • Sie sind Dietrich Mateschitz, Geschäftsführer von Red Bull. Sie haben mit vielen Millionen Euro den Drittligisten RB Leipzig an die Spitze der Bundesliga gepusht. Schreiben Sie einen Brief an jene Fußballfans, die Sie dafür hassen.