Die Vorrunde

Zu Beginn des Auswahlverfahrens müssen sich die Bewerber in zwei klassischen journalistischen Gattungen bewähren: Sie schreiben eine Reportage und einen Kommentar. Die Themen wählen sie aus einer Themenliste, die alle Bewerber am gleichen Tag gemailt bekommen. Für Recherche und Schreiben haben sie anschließend drei Wochen Zeit.

Knapp 20 erfahrene Redakteurinnen und Redakteure von Gruner+Jahr, dem Spiegel und der ZEIT lesen und beurteilen die Texte. Die Juroren erfahren nicht die Namen der Bewerber, alle Texte sind anonymisiert. In zwei Leserunden werden die besten 80 Texte aussortiert, ihre Autoren erhalten eine Einladung für die Finalrunde.

Beim Auswahlverfahren 2016 standen für die Reportage diese fünf Themen zur Wahl:

  • In eigener Mission: Unterwegs mit jemandem, der seine Mitmenschen aufrütteln will
  • Das letzte Mal: Wie jemand Abschied nimmt
  • Merkwürdige Leitkultur: Wie ein Flüchtling sich in der deutschen Gesellschaft zurechtzufinden versucht
  • Mutprobe: Was ich an einem Ort erlebte, an den zu gehen ich mich bisher nicht getraut hatte
  • Nicht bei uns: Wie eine Nachbarschaft ihren Widerstand organisiert

Und dies waren die Themen für den Kommentar:

  • Merkel erklärte im Dezember 2015 auf dem CDU-Bundesparteitag, es gehöre „zur Identität unseres Landes, Großes zu leisten“. Kommentieren Sie diese Aussage.
  • Jugend, hört die Signale: Gleich mehrere etablierte Medien, unter anderem Spiegel, Zeit, Bild, haben 2015 online ihr eigenes Jugendportal gegründet. Mit Themenauswahl und Nutzeransprache für maximal 30-Jährige. Da Sie höchstwahrscheinlich zur Zielgruppe gehören: Was halten Sie davon?
  • Journalisten müssen Haltung zeigen, für grundsätzliche Werte einstehen, Orientierung bieten, gerade in der heutigen Zeit. Das meinen die einen. Nein, sagen andere, wir brauchen keinen „Nanny-Journalismus“, der zu jedem Geschehen, über das er berichtet, auch noch erklärt, was wir davon zu halten hätten. Und, was ist Ihr persönlicher Standpunkt in der Haltungsfrage?
  • Ihre Generation hat weniger Wissen im Kopf als frühere Generationen, aus unterschiedlichen Gründen. Das behaupten Verfechter des humanistischen Bildungsideals. Kommentieren Sie die These.